Musikverein Kausen e.V.

Chronik

anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Musikvereins Kausen im Jahr 2004

 

Auf die Frage von einigen Vorstandsmitgliedern des Musikvereins Kausen, ob ich für ein geplantes Musikfest im Jui 2004 eine kleine Chronik verfassen würde, sagte ich zunächst spontan zu. Bei einer näheren Beschäftigung mit dem Thema zeigte sich aber, dass die Aufgabe, die Geschichte des Musikvereins, vor allem die ersten 20 Jahre, zu dokumentieren, immer schwieriger wurde, je mehr man sich mit dem Thema beschäftigte. Es gab keine Chronik, keine Aufzeichnungen, keine Belege, um den Lebenslauf der Kapelle zu beschreiben. Da die Kapelle ja als Musikkapelle der St.-Barbara-Bruderschaft- einer Vereinigung katholischer Berg- und Hüttenleute in der damaligen Vikarie Kausen- gegründet wurde, konnten vielleicht die Pfarrakten helfen. Doch auch hier das gleiche Ergebnis: Von der St.-Barbara-Bruderschaft gibt es keine niedergeschriebene Chronik. Lediglich einzelne weitgehend handschriftliche Notizen oder Fragmente von Akten finden sich noch, oft ohne Darum, deren Bezug zueinander und vor allem zur Musikkapelle herzustellen war. Herrn Pfarrer Bals und Herrn Hermann Weller ist hier zu danken, die mich bei der Suche nach Unterlagen unterstützten. Daneben waren viele heutige und ehemalige Musiker bereit, mit mündlichen Berichten weitere Informationen beizusteuern. Auch hierfür herzlichen Dank.

Doch zurück zu unserem Thema „Blasmusik in Kausen“. Hier müssen wir zunächst feststellen, dass Bruderschaft und damit auch die Kapelle zunächst nicht ortsbezogen waren, sondern die Mitglieder von Bruderschaft und Kapelle kamen aus allen drei Orten der Pfarrvikarie- also aus Kausen, Molzhain und Dickendorf.

Auf den 2. März 1954 ist ein Schreiben datiert, das der damalige Seelsorger Vikar Karl Stein von der Erzbruderschaft in Ottweiler/Saar erhielt und in dem Bezug genommen wird auf einen Brief vom 2.2.1954, den Pastor Stein eben an diese Bruderschaft und an das Generalvikariat gerichtet hatte und um Statuten für die Einrichtung einer St.-Barbara-Bruderschaft nachsuchte. Er erhielt von dort die notwendige Hilfe und verfasste nach den Unterlagen aus Ottweiler die „Statuten der St.-Barbara-Bruderschaft in Kausen/Sieg“ in deren §1 der 4.4.1954 als Gründungsdatum genannt wird. Die Gründung der St.-Barbara-Bruderschaft war eine der letzten Amtshandlungen von Pastor Stein, der im Laufe des Jahres 1954 Kausen verließ. Damit begann für die erst seit wenigen Jahren von der Mutterpfarrei gelöste Pfarrvikarie (Pfarrei wurde Kausen erst 1964) eine vier Jahre dauernde Vakanz während der die seelsorgerliche Betreuung durch Pfarrer Robert Meyer aus Elkenroth erfolgte.

Doch schon bald nach der Gründung muss man sich mit der Einrichtung einer Musikkapelle beschäftigt haben, denn in einem Protokoll einer Vorstandssitzung vom 26.12.1954 ist zu lesen, dass für die Musikkapelle Bergmannsmützen angeschafft werden sollen, die aber „Eigentum der Bruderschaft bleiben“. Auch über die Möglichkeiten der Anschaffung einer neuen Barbarafahne wurde auf dieser Sitzung beraten.

Wenn man aber über die Anschaffung von Bergmannsmützen für die Musikkapelle berät, setzt das auch das Vorhandensein einer solchen voraus. Die Gründung der Musikkapelle muss also in der Zeit zwischen April und Dezember 1954 erfolgt sein.  In den spärlich vorhandenen Akten findet sich ein Zettel der das Datum 14.November 1954 trägt mit handschriftlichen Notizen über eine Musikkapelle und eine Liste mit den Namen von Musikern. Es werden in folgender Reihenfolge und Angabe des gespielten Instrumentes (soweit lesbar) genannt:

Alois Schuhen (Wirt) Molzhain Tenorhorn
Paul Mockenhaupt Dickendorf Trompete
Willi Heidrich Molzhain Klarinette
Franz Greb Molzhain Klarinette
Leo Schuhen Molzhain Tenorhorn
Alois Greb Kausen Waldhorn
Bernhard Denter Kausen Trompete
Rud. Heidrich Molzhain Trompete
Albert Hahmann Molzhain Schlagzeug

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiter heißt es dort: Paul Mockenhaupt, Vorsitzender, Alois Schuhen, Kassierer, Alois Greb, Schriftführer. Hier handelt es sich wohl um einen „Vorstand“ für die Musikkapelle.  In einer späteren handschriftlichen Aufstellung werden neben den vorstehenden noch weitere Namen genannt, allerdings ohne das gespielte Instrument, das hier hinzugefügt wurde:

Heribert Pfeiffer Kausen Tuba
Alois Hahmann Molzhain Tuba
Norbert Hahmann Molzhain Posaune
Josef Benner Kausen Tenorhorn
Rudi Krug Kausen Tenorhorn

 

 

 

 

 

 

Diese Namensliste kann auf keinen Fall einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben und mit Sicherheit haben noch weitere Musiker bei der Gründung der Kapelle mitgewirkt oder standen kurz danach in ihren Reihen. Weiter ist hier zu lesen, dass Clemens Schuhen Vorsitzender der Barbara-Bruderschaft war. Als Kassierer wird Josef Denter aus Kausen genannt, weitere Namen sind Bernhard Schuhen, Molzhain und Alois Hahmann, Dickendorf. Aus Protokollberichten ist zu sehen, dass Otto Schwan, Kausen, lange Jahre Schriftführer der St.-Barbara-Bruderschaft war.

Aus dem Vorstand der Bruderschaft ist ein Name besonders zu nennen:  Josef Denter aus Kausen. Er war – obwohl selbst kein aktiver Musiker – innerhalb der Bruderschaft die treibende Kraft zur Gründung einer Musikkapelle. Sein Name ist mit der Gründung und den ersten Jahren der Musikkapelle unverrückbar verbunden.

Der Name Josef Denter begegnet uns in der Anfangszeit der Musikkapelle noch einmal. Allerdings handelt es sich hier um Josef Denter aus Molzhain, den ersten Dirigenten der neuen Musikkapelle.

Aus der vorstehenden Musikerliste ergibt sich, dass der „Grundstock“ der „Musikkapelle der St.-Barbara-Bruderschaft“ schon „gestandene“ Musiker waren, die in anderen Kapellen ihrem musikalischen Hobby nachgingen. Zu allererst sind hier die Mitglieder der ehemaligen Feuerwehrkapelle Molzhain zu nennen. Die Feuerwehrkapelle Molzhain hatte bis vor dem 2. Weltkrieg bestanden und war von den braunen Machthabern aufgelöst worden. Nach dem Krieg fanden sich die Musiker wieder zusammen und sorgten unter anderem auch für die musikalische Begleitung der kirchlichen Feste und Prozessionen. Auch die neugegründete Musikkapelle der St.-Barbara-Bruderschaft probte zunächst in Molzhain im Saal ihres aktiven Mitgliedes Alois Schuhen. Auch die meisten Veranstaltungen der St.-Barbara-Bruderschaft fanden im gleichen Saal statt.

Die Musikkapelle war ein wichtiger Teil der Arbeit der Barbara-Bruderschaft. Auf einer Versammlung am 22.5.1955 wird schon über eine „Erweiterung der Musikkapelle“ beraten- eine Tuba in B soll angeschafft werden. Mit Datum vom 15.4.1956 finden wir eine „Erklärung“, in der Heribert Pfeiffer der Bruderschaft bestätigt, dass das von ihm gespielte Instrument, nämlich die vorhin erwähnte Tuba, Eigentum der St.-Barbara-Bruderschaft ist. In dieser Zeit wurden auch zahlreiche „Bittbriefe“ an Behörden und Unternehmen geschrieben, in denen um finanzielle Unterstützung für die Musikkapelle gebeten wurde.

Bereits im Jahre 1956 begleitete die Musikkapelle der St.-Barbara-Bruderschaft dann schon die damals noch dreitägige Wallfahrt nach Kevelaer.

Für die folgenden Jahre gibt es kaum Hinweise und Aufzeichnungen über die Musikkapelle. Josef Denter (Molzhain) blieb Dirigent bis 1957/1958. Sein Nachfolger wurde Josef Weller aus Kausen.

Im Jahre 1959 war die Anschaffung neuer Uniformen für die Musiker ein wichtiges Thema. Das Instrument der „Bittbriefe“ wurde dabei kräftig gespielt, um diese größere Anschaffung zu finanzieren. Daneben wurde auch noch die Anschaffung einer neuen Vereinsfahne für die Bruderschaft in Angriff genommen. In einem „Inventarverzeichnis“ der St.-Barbara-Bruderschaft vom 21.11.1960 werden 20 Uniformmützen und 15 Uniformen als Eigentum aufgelistet. Darüber hinaus an Instrumenten 1 Tuba in B und eine Wirbeltrommel. Eine spätere Zusammenstellung, die kein Datum trägt, erweitert die Instrumentenliste um eine Tuba in Es, ein Helikon, zwei Tenorhörner, zwei Trompeten, ein Waldhorn (gemeint ist ein Althorn in Es), zwei Klarinetten und eine Trommel mit zwei Becken.

Diese „Inventur“ muss nach dem 18.März 1963 liegen, denn mit diesem Datum schenkte Frau Elisabeth Hahmann aus Molzhain nach dem Tode ihres Mannes der St.-Barbara-Bruderschaft eine Tuba in Es und ein Althorn in Es.

In den Jahren 1959/1960 gab es für die Musiker, die in ihren neuen, an die bergmännische Tradition angelehnten Uniformen auftraten, zahlreiche Auftritte. Um diese Zeit gab es im Gebhardshainer Land noch zahlreiche Feriengäste, die man mit „Kurkonzerten“ erfreute. Aber auch über den Kirchturm hinaus war die Kapelle aktiv. Am 13.3.1960 veranstaltete man gemeinsam mit dem MGV „Zufriedenheit“ Kausen ein Konzert in Katzwinkel. An einen großen öffentlichen Auftritt dachten die Musiker noch lange zurück. Beim historischen Festzug am 11.6.1962 anlässlich der Feier „100 Jahre Pfarrkirche Gebhardshain“ konnte sich die Kapelle mit strengem Marschrhythmus gegen die älteren und erfahreneren Musikvereine behaupten.

Ende der 50er- und 60er- Jahre wurden von der St.-Barbara-Bruderschaft immer wieder Anträge auf Zuschüsse von Behörden und Firmen gestellt, um der Musikkapelle die nötigen Instrumente und Noten zu finanzieren. In einem Antrag für einen Kreis- oder Landeszuschuss vom 11.4.1963 wird die Zahl der aktiven Mitglieder mit 19 angegeben, davon sind 8 unter 25 Jahren. Die Besetzung war:

1 Klarinette in B 5 Tenorhörner in B 1 Trommel groß
4 Trompeten in B 1 Bariton 1 Trommel klein
1 Flügelhorn in B 2 Posaunen  
1 Horn in Es 2 Tuba  

 

 

 

 

 

1964 unternahmen Bruderschaft und Musikkapelle unter Leitung von Willi Büdenhölzer einen gemeinsamen Ausflug in den Wallfahrtsort Walldürn.

Im Laufe des Jahres 1963 oder Anfang 1964 hatte Josef Weller den Dirigentenstab abgegeben und Willi Büdenhölzer wurde für kurze Zeit Kapellmeister. Auf ihn folgte Franz-Josef Quast aus Birken-Honigsessen. Am 6.April 1967 wurde ein Vertrag mit Hermann-Josef Schuhen aus Molzhain und auf den 15.August 1966 rückdatiert. Hermann-Josef Schuhen wurde für eine jährliche Vergütung von 150 DM neuer Kapellmeister. Ende der 60er Jahre übernahm Josef Denter aus Molzhain noch einmal die Leitung der Kapelle.

Mitte bis Ende der 60er- Jahre begannen schwierige Zeiten für Bruderschaft und Kapelle. Durch die Gründung der KAB im Jahre 1961 gab es in der kleinen Pfarrgemeinde zwei Gemeinschaften für annähernd ein und denselben Mitgliederkreis. Das ging vor allem zulasten der ST.-Barbara-Bruderschaft, einer „Vereinigung von katholischen Berg- und Hüttenleuten, die durch Gebet, Opfer und Förderung des öffentlichen Gottesdienstes der katholischen Kirche nach Heiligung ihres Tagwerks streben…“, wie es in §1 der Neufassung der Satzung von 1958 heißt und deren Ziel sehr stark auf das kirchliche Leben der Mitglieder ausgerichtet war. Mit dem Niedergang der Gruben nahm zwangsläufig die Zahl der Berg- und Hüttenleute ab und viele verloren dadurch ihre direkte Beziehung zur Bruderschaft und „meldeten sich ab“, wie es in einer handschriftlichen Notiz von Pfarrer Winfried Beissel heißt. Diese Entwicklung führte sogar zur Einberufung einer „Außerordentlichen Generalversammlung“ am 6.7.1969 deren erster Tagesordnungspunkt „Auflösungstendenzen“ hieß. Pfarrer Beissel versuchte durch eine deutliche Betonung des Sinns der Bruderschaft vor allem noch einmal den religiösen Bezug zu vertiefen.

Weiter wurde dann vorgeschlagen, die Bildungsarbeit von St.-Barbara-Bruderschaft und KAB zusammen zu legen, um hier ein Konkurrenzdenken zu vermeiden. Als weitere wichtige Aufgabe der St.-Barbara-Bruderschaft wird aber auch hier wieder die Unterstützung der Musikkapelle genannt. 1969 gab es auch den Plan einer Übernahme der Musikkapelle durch die KAB, der aber nicht zum Tragen kam.

Doch die Abwärtsentwicklung der St.-Barbara-Bruderschaft und damit auch der Musikkapelle gingen weiter. Am 7.12.1969 sollte erneut eine „außerordentliche Jahresversammlung“ stattfinden, die aber krankheitsbedingt ausfiel, wie einer Aufzeichnung über eine Vorstandssitzung vom 20.12.1970 von Pfr. Beissel zu entnehmen ist. Beklagt wird die schlechte Teilnahme der Mitglieder an den Veranstaltungen. So sei die Weihnachtsfeier am 4.1.1970 nur von ca. 30 Personen besucht gewesen, davon seien über die Hälfte aber die Sänger des MGV „Heimatklänge“ Dickendorf gewesen. Und neben dem internen Bruderschaftsleben geht es wieder und wieder um die Musikkapelle. Vor allem die Finanzierung wird problematisch. Die Beitragseinnahmen der St.-Barbara-Bruderschaft von ca. 360 DM (1969) jährlich reichen nicht aus, um die finanzielle Grundlage zu sichern.

Eine Hauptversammlung am Sonntag, 9. Juli 1972, scheint dann das „Aus“ für die St.-Barbara-Bruderschaft zu sein. (Aufzeichnungen über den Termin der offiziellen Auflösung sind nicht zu finden.) Anwesend waren neben dem Präses noch neun Mitglieder. Für die sieben abgelaufenen Monate des Jahres 1972 werden noch 210 DM (30 DM pro Monat) für die Musikkapelle bereitgestellt. Die Kapelle müsse aber auf jeden Fall unter dem alten Namen- das wird besonders betont- erhalten bleiben. Ab August 1972 soll dann die Kirchengemeinde zur Finanzierung der Kapelle beitragen, in dem die kirchlichen Dienste bei Wallfahrten, Prozessionen usw. bezahlt werden.

Mit dieser Entwicklung der St.- Barbara- Bruderschaft war es auch für die Musikkapelle in den letzten 8-10 Jahren schwieriger geworden. Viele der Mitglieder aus den Anfangsjahren und auch viele aktive Musiker aus den Jahren bis etwa 1965 hatten ihre aktive Zeit als Musiker beendet oder waren- aus welchen Gründen auch immer- zu anderen Kapellen abgewandert. Nur ein Neubeginn konnte hier helfen.

Mit Alois Greb fand sich ein Mann, der aus dem Leben aller musizierenden Vereine in Kausen nicht wegzudenken ist. Ganz gleich ob Musikkapelle, Kirchenchor „Cäcilia“ oder MGV „Zufriedenheit“- Alois Greb war überall dabei und wurde für über 70 Jahre Singetätigkeit geehrt. Und Alois Greb hatte auch für die Musikkapelle den Mut zum Neuanfang. Mit Unterstützung von wenigen aktiven Musikern aus der „Barbarakapelle“ begann er mit Kindern und Jugendlichen, die dann schon bald unter dem Namen „Jugendkapelle“ auftraten.

Wie viele Kinder und Jugendliche Alois Greb und seine musikalischen Helfer ausgebildet haben, lässt sich kaum nachvollziehen. Die Jugendkapelle wuchs an Mitgliederzahl und auch an Leistung. Kaum ein Ständchen in unseren Gemeinden oder ein kirchlicher Anlass war ohne die Jugendkapelle denkbar. Eine feste Vereinsform gab es am Anfang noch nicht und das Dasein der „neuen“ Kapelle war von vielen Unwägbarkeiten begleitet; so findet sich ein „Jahresbericht für die Musikkapelle Kausen-Molzhain-Dickendorf“ auch erst für das Jahr 1977. Alois Greb berichtet von zahlreichen Ständchen zu Geburtstagen und Silberhochzeiten, dem traditionellen Osterliederspielen und anderen kirchlichen Anlässen, dem Sängerfest des MGV Kausen, einem Sportturnier, Priesterjubiläen, Martinszügen, den Gedenkfeiern der drei Gemeinden und dem Weihnachtsliederspiel. Überall war die Musikkapelle „im Einsatz“. Erwähnt werden soll aber auch das Ständchen zum 70.Geburtstag von Willi Heidrich aus Molzhain. Willi Heidrich gehörte seit Gründung der Musikkapelle der St.-Barbara-Bruderschaft zu den aktiven Musikern und war auch zu diesem Zeitpunkt noch aktiv beim musizieren mit der Klarinette und vor allem bei der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen. Insgesamt also ein recht umfangreiches Programm für die Jugendkapelle.

1978 gab es dann neben den üblichen Verpflichtungen in unseren Gemeinden die ersten Auftritte der Kapelle außerhalb dieses Raumes: In Weiling gestalteten die jungen (und älteren) Musiker die Feier des Weißen Sonntags und in Brachbach hatte man am 10.9.1978 den ersten Auftritt vor einem größeren „Fachpublikum“ beim Musikfest. Folgende Namen von aktiven Mitgliedern werden in einer Liste aus dieser Zeit genannt:

Dieter Arndt Trompete Lothar Brenner Klarinette
Albert Brenner Trompete Bernd Bähner Waldhorn
Georg Härter Trompete Gerhard Weber Waldhorn
Achim Rosenthal Trompete Sabine Fonnemann Waldhorn
Günter Geimer Flügelhorn Klaus Büdenhölzer Tenorhorn
Stefan Schuhen Flügelhorn Günter Pfeiffer Tenorhorn
Stefan Hahmann Flügelhorn Konrad Solbach Tenorhorn
Maria Alt Flügelhorn Heribert Pfeiffer Bass
Rito Solbach Flügelhorn Christoph Geimer Bass
Winfried Weber Klarinette Willi Hammer Schlagzeug
Rainer Schütz Klarinette Christoph Sannert Schlagzeug
Andreas Hammer Klarinette Alois Greb Dirigent

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Jahresversammlung 1978 wird die organisatorische Leitung der Kapelle, die bis dahin wohl von Alois Greb allein geleistet wurde, auf einen erweiterten Kreis übertragen. Zur „gleichberechtigten Mitverantwortung“ wurden gewählt Rainer Weber, Andreas Hammer, Maria Alt und Heribert Pfeiffer. Alois Greb soll für seine Tätigkeit einen Betrag von 25 DM monatlich erhalten.

Am 1. Dezember 1979 muss die Musikkapelle ihr ältestes Mitglied Willi Heidrich aus Molzhain zur letzten Ruhe begleiten. Am 2.Dezember wirken die Musiker bei einem Konzert des Kirchenchores mit. 1980 gibt es bei der Jahresversammlung Diskussionen um einen Dirigentenwechsel. Im Bericht von 1980/1981 wird über mangelndes Interesse und schlechte Disziplin geklagt. Hermann-Josef und Helmut Schuhen, beide gestandene Musiker, erklären sich bereit, in der Musikkapelle mitzuwirken und Alois Greb bei der Ausbildung der Jugendlichen zu unterstützen.

Am 3. Mai 1982 schlägt Alois Greb einen Nachfolger für das Dirigentenamt vor: Günter Pfeiffer soll die Kapelle führen, der dann auch ab 1983 als „Kapellmeister“ die Musikkapelle übernimmt. Wieder gibt es einen Neubeginn. Neben Günter Pfeiffer als neuem musikalischen Leiter organisiert sich die Kapelle neu. Sie wird im Jahre 1983 zum „Musikverein Kausen“ der am 28.8.1997 als „Musikverein Kausen e.V.“ in das Vereinsregister eingetragen wird und seit 1999 auch Mitglied des Landesmusikverbandes Rheinland-Pfalz ist.

Trotz neuer Leitung und neuer Organisationsform änderst sich nichts an den Verpflichtungen der Musiker. Die Teilnahme an kirchlichen Festen und Feiern ist genauso selbstverständlich geblieben wie das Spielen zu allen Anlässen innerhalb des gemeindlichen Lebens. An dieser Stelle sei dem Chronisten ein persönliches Wort erlaubt. In all den Jahren, vor allem seit Beginn der 80er-Jahre, haben immer wieder Musiker der Kapelle bei zahlreichen liturgischen Anlässen, Aufführungen von Messen, Festgesängen und Konzerten mitgewirkt.

Und nie ist in den Jahren einmal eine finanzielle Forderung laut geworden. Auch das sei einmal dankenswerter Weise gesagt.

Nach der organisatorischen Neuorientierung 1983 wurde auch das Vereinsleben innerhalb der Kapelle nicht nur noch von Proben und Auftritten geprägt. So wird schon 1986 von einer Mehrtagesfahrt nach Tettnang an den Bodensee berichtet, bei der u.a. das Zeppelin Museum besichtigt wurde. Bereits 1988 ging es wieder auf große Fahrt. Diesmal reiste der Musikverein in den Norden Deutschlands. Hamburg und Timmendorfer Strand waren das Reiseziel. 1990 konnten die jungen Musikanten sogar ein Frühschoppenkonzert in Pertisau am Achensee geben, sozusagen ein Ausflug mit einem besonderen musikalischen Erlebnis. Bayreuth (1992), Sandebeck bei Hameln (1994) waren die nächsten Ziele. Einmal andren bei musizieren zuhören und zusehen konnte man bei der Reise 1994: Ein Konzert der „Schürzenjäger“ wurde gemeinsam besucht. Weiter ist noch zu berichten von Fahrten nach München (1998) und in den Eifelpark (2003).

1996- sozusagen als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk- erhielten die jungen Musikerinnen und Musiker ihre neuen schmucken Uniformen. Von den alten Bergmannsuniformen gab es nur noch wenige und auch die Größen waren nicht mehr passend. Zudem waren die alten Uniformen seinerzeit Maßanfertigung und waren von Schneidermeister Otto Stockschlaeder aus Gebhardshain jedem Musiker „auf den Leib“ geschnitten. Zwei dieser „alten“ Uniformen wurden dem Bergbaumuseum in Steinebach am 5.August 2002 überlassen.

Doch auch musikalisch gibt es erfreuliches zu berichten. Am 1. April 2000 stellte man sich gemeinsam mit den Druidenmusikanten in der Druidenhalle in Offhausen bei einem Konzert der Öffentlichkeit vor. Volker Becker, Jürgen Greb und Günter Pfeiffer glänzten hier mit einem Solo für drei Posaunen. Und ein Weihnachtskonzert am 26.11.2000 war dann der musikalische Höhepunkt in diesem Jahr.

Die Kirche in Steineroth wählte man als Ort für das Weihnachtskonzert am 1.Dezember 2001. Diesmal war die „Trachtenkapelle Alsdorf“ der musikalische Partner, mit dem auch gemeinsam die Komposition „Pastoral Picture“ (Hirtenbilder) musizierte. Beide Kapellen präsentierten sich wieder beim Weihnachtskonzert am 7.12.2002 in Kausen mit einigen Vorträgen der Öffentlichkeit.

Am 7.April 2004 nahm der Musikverein Kausen erstmals an der schon seit vielen Jahren etablierten jährlichen Konzertveranstaltung „Die Musik kommt“ teil. Für die jungen und jüngeren Musikantinnen und Musikanten ein voller Erfolg, der am 27.März 2004 wiederholt wurde.

Am 24.April 2004 konnten sich die Musiker um Günter Pfeiffer wieder gemeinsam mit den Druidenmusikanten in einem Konzert vorstellen. Vor ausverkauftem Haus brachte man den aufmerksamen Zuhörern eine bunten Strauß von volkstümlichen und klassischen Melodien dar. Ein besonderer Erfolg wurden die beiden gemeinsam vorgetragenen Stücke „Nena“ und „Ich hab´dich gern“. Die begeisterten Zuhörer bedankten sich für die Leistung mit herzlichem Applaus.

Ein altes Sprichwort sagt, dass die Götter vor den Erfolg den Schweiß gesetzt haben. Neben den wöchentlichen Proben und „Sonderproben“ ist es vor allem ein „Probenwochenende“, das zum musikalischen Erfolg beiträgt. Fast jährlich veranstaltet der Musikverein Kausen eine solche „Freizeit“ auf der Loreley, bei dem natürlich außer dem intensiven Proben auch der „Spaß an der Freude“ nicht zu kurz kommt.

Nun rüsten sich die Musikerinnen und Musiker für das große Fest des 50-jährigen.  50 Jahre Blasmusik in Kausen auf dem Fundament der Gründung der „Musikkapelle der St.-Barbara-Bruderschaft“ im Jahre 1954. Viele schwierige Klippen mussten in diesen 50 Jahren umfahren werden, um das Schiff „Blasmusik“ hier in Kausen nicht untergehen zu lassen. Viele der heutigen Probleme gab es auch schon in gleicher oder ähnlicher Form in den Anfangsjahren. Musiker kamen und verließen die Kapelle wieder. Zu hoffen ist, dass sich auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten immer wieder Musikbegeisterte finden, die das musikalische Leben weiter tragen und fördern. Sei es mit einem Instrument oder mit der notwendigen ideellen Unterstützung, auf die alle Vereine- und besonders die mit einer kulturellen Zielsetzung- angewiesen sind. Den Festtagen in Kausen ist eine guter Verlauf zu wünschen und als Ergebnis letztlich eine neue Begeisterung, damit auch in den kommenden Jahren in Kausen musiziert wird. Und zwar sowohl als Musikverein Kausen als auch in musikalischer, vertrauensvoller Gemeinschaft mit anderen.

Heinz-Willi Weller